Markenpiraterie im Internet – ist der Shop wirklich echt?

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Die häufigste Erscheinungsform im nationalen und internationalen Handel der Produktpiraterie ist die Markenpiraterie. Diese Unterkategorie beschränkt sich auf die Nachahmung von Markenrechten. Für die organisierte Kriminalität ist es ein Milliardengeschäft. Gerade auch, weil das Internet niedrigen Verwaltungsaufwand, eine schnelle, billige und weltweite Erreichbarkeit ohne wirtschaftliches Risiko für die Fälscher bietet. Für die Hersteller bedeutet das nicht nur Umsatzverlust, sondern auch einen Imageschaden, denn die Marke dient der Kennzeichnung von Produkten und Dienstleistungen. Sie verkörpert das Image, das ein Unternehmen oder ein Produkt durch jahrelange Investitionen und Werbeanstrengungen erworben hat.

In Deutschland wird das Recht der Marke nur bei der Benutzung im geschäftlichen Verkehr verletzt. So kann jeder privat eine oder zwei gefälschte z. B. Sonnenbrillen straffrei kaufen. Eine Benutzung im geschäftlichen Verkehr liegt erst mit einer auf den wirtschaftlichen Vorteil gerichtete kommerzielle Tätigkeit vor. Bei Online Händler ist das immer der Fall.

Die Rechteinhaber haben folgende Verteidigungsmöglichkeiten: Anspruch auf Unterlassung, Schadenersatz, Auskunft, Vernichtung sowie strafrechtliche Sanktionen und zollrechtliche Maßnahmen.

Produkt- und Markenpiraterie ist kein Kavaliersdelikt. Es zerstört nicht nur den guten Ruf eines Markenherstellers, sondern vernichtet auch Arbeitsplätze, weil der wirtschaftliche Schaden für die Hersteller bis zu 10% des Gesamt-Nettoumsatzes betragen kann.

Gut ist, dass die gezielte Nachfrage nach gefälschten Waren im Internet abgenommen hat. Schlecht ist, dass die Kriminellen dadurch nur noch professioneller geworden sind. Viele Konsumenten können gar nicht mehr erkennen, ob es sich um einen Shop mit echter Ware handelt. Daher ist eine der größten Sorgen von Online Einkäufern mittlerweile: Ist der Shop wirklich echt?