Bundestag schafft Gebühren für Online-Zahlungen ab

Ist Bares Rares? Ein Vergleich der bevorzugten Zahlungsmethoden zwischen Großbritannien und Deutschland
18/08/2016
Bitcoin-Mining Firmen kassieren Millionenstrafe für Schneeballsystem
13/06/2017

Deutsche Händler dürfen künftig keine Zusatzentgelte für Kartenzahlungen, Lastschriften und Überweisungen verlangen. Mit dieser Regelung soll die zweite Zahlungsdienstrichtlinie (PSD2) der EU in nationales Recht umgesetzt werden.

Mit dem verabschiedeten Gesetzesentwurf wird unter anderem der Aufschlag von Gebühren für Kartenzahlungen, Überweisungen und Lastschriften untersagt. Händler in Deutschland dürfen deshalb ab Januar 2018 keine zusätzlichen Entgelte mehr verlangen, wenn ein Kunde online mit Visa- oder Master Card bezahlt. Diese Regelung gilt auch für Zahlungen an der Ladenkasse.

Der Bundestag möchte mit dieser Richtlinie den Wettbewerb im Bereich der Zahlungsdienste verbessern. Doch mit der Abschaffung der Gebühren wird der bereits preissensitive Markt in Deutschland noch empfindlicher und die längst sehr niedrigen Margen werden sich dadurch möglicherweise noch stärker reduzieren. Das kann zur Folge haben, dass kleinere Payment-Firmen nicht mehr am Markt bestehen können. So scheint es fast politisch gewollt, dass nur einige wenige „Marktteilnehmer“ überleben werden – und zwar die, die nicht nur auf eine reine Payment-Ausrichtung setzen oder solche, die auch außerhalb der EU agieren.

Die neue Regulierung soll auch den Markteintritt für FinTech-Start-ups erleichtern. Doch auf einem Markt ohne Margen werden sich vermutlich keine Innovationen entwickeln und in Folge dessen auch weniger Start-ups darauf konzentrieren.

Zudem muss man annehmen, dass vor allem der Verbraucher zukünftig drauf zahlen wird. Händler mit zu geringem Umsatz um günstige Konditionen bei einem Payment-Provider zu erhalten, werden folglich Ihre Preise erhöhen um die Kosten zu decken. Wenn also alle Zahlarten gleich behandelt werden, dann zahlt der Kunde trotzdem die Gebühren mit – durch erhöhte Produktpreise.


Quellen:
[1] Deutscher Bundestag (2017), www.bundestag.de, Zugriff am: 07.06.2017.
[2] Heise Online (2017), www.heise.de, Zugriff am: 07.06.2017.